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Hürth Rockt! Davon konnte sich jeder am 18. August 2007 am Bürgerhaus Hürth überzeugen. Zum siebten Mal veranstaltete die Musikinitiative Hürth Rockt e.V. das gemütliche Open-Air Festival. Ausschließlich ehrenamtliche Helfer sorgten für das Wohl der über 500 Menschen auf dem Festivalgelände. Auch das Wetter spielte mit und bescherte den Musikfans einen tollen, trockenen Sommerabend. Sieben Bands sorgten für ein musikalisches Programm, dass besonders Rock-Fans begeisterte. Außer Jamaram - der einzigen Reggae-Band des Abends - boten die Bands harte Gitarrenklänge von Alternative über Punk, Metal und Crossover bis zu Emocore.
Den Anfang machte die junge Alternative-Band Catnip aus Hürth. Beim sogenannten Rock am Teich Vorentscheid, auf dem sich junge Bands nach einem 30 minütigen Auftritt der Abstimmung des Publikums stellen, konnten sie die meisten Stimmen für sich verbuchen und ergatterten so einen Platz auf der Festivalbühne. Trotz der frühen Spielzeit (18 Uhr) drängten sich vor der Bühne viele Fans, um den dritten (!) Auftritt überhaupt von Catnip zu erleben. Gleich nach den ersten paar Minuten war allen klar warum. Die vier Jungs heizten mit ihren eingängigen Melodien so richtig ein und brachten die Besucher des Festivals auf Touren. Dass sie den Auftritt auf der großen Bühne genossen, konnte man den fünf Jungs ansehen, die sich nach ihrem Auftritt begeistert zeigten: "Der Abend war
ein unvergessliches Ereignis für uns, geiler Sound und geiles Publikum."
Auch die zweite Band des Abends, Down the Drain, qualifizierte sich über einen Vorentscheid für einen Platz im Rock am Teich 2007-Lineup. Schon beim vorherigen Rock am Teich-Festival konnten sie Erfahrung mit der großen Bühne sammeln, die sie in diesem Jahr mit dem fetten Sound von drei Gitarren sehr gut nutzten. Ihr Melodic-Death-Metal erfreute nicht nur die Fans harter Gitarrenriffs, sondern sie überzeugten auch weniger eingefleischte Metal-Fans mit ihren melodiösen Passagen. Auch durch einen kurzen Stromausfall (verursacht durch ein defektes Kabel) ließen sich die Hürther nicht aus der Ruhe bringen, sondern legten erst so richtig los. Die Fans tanzten dazu vor der Bühne so richtig ab!
Bei der Alternative-Band Stigma aus Hilden gab es dann kein Halten mehr. Beim Anblick der vier Jungs kombiniert mit dem absolut fetten Sound, stand am Hürther Bürgerhaus nichts mehr still. Dabei bringt die Band durch intelligente Arrangements gekonnt Abwechslung in ihr rockiges Programm. Nicht zuletzt die deutschen Texte des Frontmanns Marcus Modwozinskis sorgten für eine absolut mitreißende Darbietung. Das Publikum zeigte sich begeistert und zollte der Band jubelnden Respekt. Die Band fand, dass das Publikum "nicht mehr zu toppen" war und würden gerne wiedereinmal in der "Big Brother Zentrale" spielen!
Für die Punkband Psychodelic Teaspoons war der Auftritt bei Rock am Teich ein besonderer in der Bandgeschichte. Einer der Gitarristen verlässt Deutschland für ein Jahr. Für die Psychodelic Teaspoons war der Auftritt bei Rock am Teich daher der vorerst letzte in der Bandgeschichte. Entsprechend hemmungslos genossen die Punker das Konzert und wurden vom Publikum für ihre Show, in deren Verlauf eine Gitarre zu Bruch ging und an einen Fan verschenkt wurde, gefeiert. Punk vom Feinsten erfreute während 45 Minuten die Gäste des Rock am Teich Festivals. Gekonnt bezogen die Hürther das Publikum in ihre Show ein. Auf Geheiß des Frontmanns Nikki stürmten zwei Hälften des Publikums als "Wall of Death" aufeinander zu und moshten danach kräftig weiter!
Noch etwas härter ging es bei der Emocore Band Distance in Embrace aus Minden zu. Die vier Jungs, die bei ihrem innovativen Emocore auch von der VW Soundfoundation unterstützt werden, ließen den Festivalplatz erzittern. Nico, Robin, Sören und Adrian brachten Emocore voll auf den Punkt. Ihr Grundrezept besteht aus melodie-trächtigem Punkrock, gewürzt mit metallastigen Riffs. Und nach gepfeffertem Double-bass-Geballer und mitreißenden Breaks kam die emotionale Beilage auch nicht zu kurz. Doch die Mischung passte durchaus zum Festival und verlieh der musikalischen Bandbreite von Rock am Teich 2007 große Vielseitigkeit. Auch die Band fühlte sich hier in Hürth äußerst wohl und gut aufgehoben nach ihren verherigen Konzert-Erfahrungen in Großbritannien.
Nach diesem heftigen Intermezzo kündigte sich der Höhepunkt des Abends an. Die Münchener Raggae-Band Jamaram betrat die Bühne. Doch statt gleich die geballte Groove-Power auf das erwartungsfrohe Publikum loszulassen, ließ sich die Band zuerst von einem befreundeten Songwriter aus Köln ankündigen, der einige Songs zum Besten gab. Diese gelungene Einstimmung brachte das Publikum auf Touren für die mitreißenden Hits von Jamaram. Mehr als 90 Minuten genoss Hürth die entspannten und eingängigen Melodien und tanzte zu den nach vorne gehenden Beats. Jamaram brachten Hürth nach dem sehr rockigen Festivalbeginn in gemütlichere Gefilde ohne jedoch zu langweilen. Die Songs animierten den ganzen Platz zum Tanzen und niemand konnte sich den Rhytmen wiedersetzen. Die lange Anreise aus München merkte man den Musikern keineswegs an und die Anreise hat sich für Rock am Teich in jedem Fall gelohnt!
Den Abschluss der Nacht bildeten vier Bedburger Jungs, die ganz besondere Songs im Gepäck hatten. Als Bombtrack haben sie sich ganz der Musik der Kult-Crossover-Band Rage Against The Machine verschrieben. Das machen die Jungs so gut, dass sie rein musikalisch kaum vom Original zu unterscheiden sind. Wer Rage Against the Machine kennt, der weiß was die Songs live bedeuten: Druckvolle Gitarren und Bässe, die mit fetten Riffs und garniert mit kraftvollem Sprechgesang jede Bühne erzittern lassen. Genauso lief es auch mit Bombtrack am Hürther Bürgerhaus. Großartige Songs großartig gecovert - eine erfolgreiche Premiere bei Rock am Teich. Wer die Möglichkeit hat Bombtrack nochmal live zu sehen sollte diese ebenso nutzen wie im unwahrscheinlichen Fall, dass Rage Against The Machine nochmal in der Gegend hier spielen!
Tolles Wetter, tolle Bands, gute Stimmung, zufriedene Gäste. So muss ein Open-Air-Festival aussehen. Mehr Fotos gibts in der Galerie!
Hürth Rockt!
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