Ausgezeichnet mit dem Kulturpreis der Stadt Hürth: Die Musikinitiative Hürth rockt e.V.  ++  Hürth Rockt e.V. ist Preisträger des Liberalen Preises 2011  ++  Neue Fotos von RaT 2011 in der Galerie  ++  Rock am Teich 2011-Festivalshirt ab sofort im Shop erhältlich!  ++  

Das war Rock am Teich 2008

rat2008Punkt fünf Uhr am Bürgerhaus: Während vor und hinter der Bühne von Rock am Teich noch die letzten Vorbereitungen liefen, sammelten sich am Einlass schon die ersten Besucher zu einer ungeduldigen Schlange. Das diesjährige Line-Up, das in diesem Jahr wahrlich festlich ausfiel, hatte Leute selbst von weit her nach Hürth gelockt. Die achte Auflage des Musik-Festes versprach die volle musikalische Dröhnung und bei idealem Sommerwetter konnte das hochkarätige Line-Up das Versprechen voll einlösen und bot den rund 750 Besuchern eine fette Party bis tief in die Nacht.

rat2008Der Auftakt war den Hürther Newcomern überlassen: Godswill und Catnip zeigten, warum sie sich bei dem diesjährigen Vorausscheid durchsetzen konnten und folgerichtig den Festival-Reigen eröffnen durften. CatnipDabei wussten gerade die Neulinge von Godswill musikalisch voll zu überzeugen, ihre Mischung aus stimmungsvollem Pop-Elementen mit Piano und Saxofon, aber auch rockigen Passagen mit druckvollem mehrstimmigen Gesang kam richtig gut an. Dass sich der Bewegungsradius von Sänger Michel Okunneck – bedingt durch einen Kreuzbandriss - auf einen Barhocker beschränkte, machten die Jungs mit humorvollen Ansagen und einer feurigen Show wieder wett. Catnip hatten bereits im Vorjahr das Festival eröffnet und in diesem Jahr legten sie in Sachen Rock noch eine Schippe drauf. Mit ihrem geradlinigen Alternative-Rock heizten sie dem Publikum mächtig ein und nutzten das Heimspiel für kräftig Eigenwerbung.

Die Duisburger Leo Can Dive enterten mit einem Gitarren-Feedback die Bühne und sie hatten offensichtlich viel vorgenommen. Mit großartigen Songs geprägt von mitreißenden Chöre und wuchtigen Gitarren reihten sie einen potentiellen Ohwurm an den anderen. Die Jungs sorgten mit viel Spielwitz und einer wahnsinnig dynamischen Performance für mächtig Stimmung. Dabei fegten Sänger und Gitarrist Matthias Schmitz und seine Kollegen über die komplette Breite der Bühne und brannten ein Feuerwerk feinsten Indierocks ab.

rat2008Mit den ersten Takten von The Clerks wickelten die Lokalmatadore bei ihrem gefühlt dreißigsten Auftritt bei Rock am Teich das Publikum spielend um ihre kleinen Finger. Saftige Bläsersounds und feurig-fette Rhythmen brachten selbst den Schankwagen zum Tanzen. Zu einem gefeierten Gastauftritt kam der Hürther Nachwuchsrapper Gebull, der mit einer energiegeladenen Show die Clerks unterstützte und dem Publikum mächtig einheizte. Als Dankeschön für die Hürther Fantreue räumten die „Ladenhüter“ nach dem eigentlichen Gig die Bühne und setzten ihre unnachahmliche Show einfach mitten im Publikum fort. Getragen von ihrer Brass-Section brachten sie die Meute mit fetzigen Polka zum Skanken. Dabei wurde mit der vielstimmigen Unterstützung des Publikums das alte Partisanen-Lied „Bella Ciao“ intoniert. Spätestens mit dieser Aktion, die von der Menge frenetisch gefeiert wurde, ist ihnen ein Denkmal in der Geschichte von Rock Am Teich sicher.

rat2008Mit iO ging es in der Folge einen Gang härter zur Sache. Die Nachfolgeband der 2003 aufgelösten Guano Apes brachten Songs ihres gerade erschienenen Album „For the Masses“ mit und die ließen überhaupt keinen Zweifel an der musikalischen Sonderklasse der Formation. Vor allem Sänger Charles Simmons überzeugte mit viel Charisma und seiner warmen und vielschichtigen Stimme. Der satte Sound der restlichen Band in Rücken trieb jeden einzelnen Song nach vorne und das Publikum rockte mit bis zum Abwinken. Als Zugabe lieferte Sänger Charles in einer wilden Battle mit Schlagzeuger Dennis Poschwatta eine Beatbox-Performance der Extraklasse und bewies einmal mehr seine Ausnahme-Qualitäten als Frontmann. Von dieser Band werden wir mit Sicherheit noch viel hören...

rat2008Der Auftritt des nächsten Festival-Highlights stand anfangs unter keinem guten Stern: 40 Kilometer vor Hürth verreckte Flowin Immo und seinen Freaqs die Karre. Dass sie es dennoch pünktlich auf die Bretter schafften, ist nur dem Einsatz einer fleißigen RAT-Arbeitsbiene zu verdanken, die jeglichen Naturgesetzen und StVO-Paragrafen zum Trotz die Headliner in Rekordzeit von der Autobahn-Raststätte Siegburg Ost sicher zum Festival brachte. So also konnte das Nordlicht mit seiner Schwindel erregenden Wortakrobatik und genialen Show-Einlagen das Publikum zum Staunen bringen. Und weil es den Teich von „Rock am Teich“ nun seit Jahren nicht mehr gibt, nahm Flowin Immo sein Vollbad eben in der Menge vor der Bühne und tauchte während des Sets mehrfach im Publikum ab. Seine vierköpfige Begleitband Les Freaqs zeigten sich als wahre musikalische Alleskönner und groovten, dass die Köpfe bis in die letzte Reihe mitnickten. Selbst nach Hits wie Damenwahl und Weltschmerz oder Jaman wollte ihn das Publikum nicht von der Bühne entlassen. Als Zugabe gab Immo den Boy George-Klassiker „Do you really want Hürth me“ a Capella zum Besten – das Publikum dankte es mit herzhafter Begeisterung und stimmte ein.

rat2008Für einen würdigen Abschluss sorgten letztlich L.A. Woman aus Bad Salzungen. Erst weit nach ein Uhr enterten die Vier die Bühne und gaben mit ihrer Hommage an die Seventies Rock-Legende „The Doors“ Rock am Teich 2008 das letzte musikalische Geleit. Unbestätigten Gerüchten zufolge musste sich Sänger ... aufgrund einer Unverträglichkeit gegenüber des hiesigen Rotweinsortiments kurz vor seinem Auftritt von seinem Mageninhalt trennen. Glücklicherweise hinderte es ihn nicht daran, während des Sets munter Flaschenbier in sich hinein zu kippen und eine Jim-Morrsion-würdige Live-Show abzuliefern. Bei Klassikern wie Alabama Song, Break on Through und selbstverständlich L.A. Woman erwies sich das Publikum, das bis zum letzten Akkord ausharrte, als textsicher und noch längst nicht bettfertig.

Als schließlich die letzten Akkorde von Riders on the Storm verklangen, ging das fetteste Event des Sommers so langsam zur Neige. Rock am Teich bedankt sich bei allen Bands, Sponsoren, Besuchern und Helfern für einen tollen Abend! Wir sehen uns 2009!